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Etwa jeder Vierte leidet unter Flugangst. Nicht nur Erwachsene, auch viele Kinder sind davon betroffen. Sie fürchten sich oft davor, „dass das Flugzeug einfach vom Himmel fällt“. Manchmal wird die Angst von einem Elternteil übertragen, oft entsteht sie, weil Kinder von einem Flugzeugunglück erfahren haben. Manchmal lässt sie sich auch nicht so einfach erklären. Eltern, die nicht selten selbst unter Flugangst leiden, entscheiden sich deshalb ausschließlich für Reisen mit Auto oder Bahn. Wenn Sie wissen wollen, was Sie tun können, dass Ihre Kids trotzdem ganz locker „abheben“ können, hier ein paar hilfreiche Tipps:

Nach der Ursache suchen

Nehmen SIe sich Zeit und schauen Sie zuerst, woher die Angst vorm Fliegen kommt. Haben Sie selbst Flugangst und Ihr Kind hat diese möglicherweise unbewusst übernommen? Hat das Kind schon mal einen Flug erlebt, bei dem es ein unschönes Erlebnis hatte? Kann es sein, dass es die Geräusche als beängstigend empfindet oder die Höhe?

Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind über die Angst sprechen. Kinder haben oft Angst vorm Abstürzen. Das ist bis zu einem gewissen Grad auch ganz normal. Nehmen Sie die Ängste ernst und versuchen Sie gemeinsam eine Strategie zu entwickeln, natürlich mit der Angst umzugehen und die Reise als etwas Positives zu sehen.

Planung mit dem Kind

Beziehen Sie das Kind in die Planungen im Vorfeld mit ein. Sprechen Sie ausführlich über das Urlaubsziel, die Aktivitäten dort und auch über den Flug. Manchen Kindern hilft es, wenn sie sich den Platz im Flieger selbst aussuchen dürfen. Erklären Sie Ihrem Kind, welche Plätze am besten sind und wo es am wenigsten schaukelt: Über den Tragflächen ist es am ruhigsten. Am Gang haben Kids mehr Beinfreiheit als am Fenster. Fensterplätze hingegen sind oft spannender, wegen der Sicht. Nutzen Sie für eine geeignete Platzwahl den Vorabend- oder Online-Check-In Ihrer Fluggesellschaft. Wenn die Plätze über den Tragflächen besetzt sind: im vorderen Bereich der Maschine ist es ruhiger als im hinteren.

Beschäftigung

Überlegen Sie sich gemeinsam, was man alles im Handgepäck mitnehmen könnte. Planen Sie gemeinsame Spiele, damit Ihr Kind angelenkt ist und auch ihre volle Aufmerksamkeit hat. Dann fühlt es sich mit seiner Angst nicht allein gelassen. In der Regel legt sich die Angst mit der Zeit und Ihr Kind kann sich alleine mit einem Buch oder Tablet beschäftigen oder etwas malen. Gerade die kreative Betätigung kann in einer Angstsituation therapeutisch von großem Nutzen sein, weil das Kind durch den kreativen Prozess abgelenkt ist, andererseits die Kreativität aber auch ein Tool ist, um die Angst zu überwinden und Stärke zu entwickeln.

Fällt das Flugzeug vom Himmel?

Diese Frage beschäftigt fast alle Kinder. Viele lassen sich beruhigen, wenn Sie ihnen ein bisschen über die Statistik erzählen. Milliarden von Menschen fliegen jedes Jahr durch die Welt. Abstürze sind eher selten. Viel gefährlicher ist es, mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren. Außerdem kann man auch erklären oder gemeinsam nachlesen, wie ein Flugzeug überhaupt funktioniert und was bei Start und Landung passiert.

Und natürlich Händchenhalten

Für viele Kinder ist es das Beste, wenn Mami oder Papi in den entscheidenden Momenten Händchenhalten beziehungsweise signalisieren, dass sie da sind und das Kind mit Worten oder Nähe beschwichtigen. Sagen SIe Ihrem Kind, dass es völlig okay ist, dass es Angst hat und strahlen Sie Ruhe und Gelassenheit aus.

Flugsimulator

Eine Möglichkeit, die Flugangst zu nehmen, ist es, zuhause einmal einen Flug durchzuspielen. Je nach Alter des Kindes, kann man ein paar Stühle aufstellen und der Familie verschiedene Rollen zuweisen. Dort kann auch die Angst einen Platz haben, die dann mit Hilfe verschiedener Techniken spielerisch bewältigt wird.

Am Flughafen aklimatisieren

Nehmen Sie sich viel Zeit am Flughafen und vor der Abreise. Hektik und Stress könnten die Furcht noch verschlimmern und das Kind verunsichern. Je mehr Ruhe Sie selbst ausstrahlen, desto eher bekommt Ihr Kind seine Angst in den Griff. Schauen Sie sich alles an, erklären Sie Ihrem Kind, was bei der Abfertigung funktioniert, geben SIe ihm Zeit sich mit der Umgebung zu aklimatisieren.

Druck bringt nichts

Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Fliegen. Lassen Sie immer die Möglichkeit offen, dass es sich gegen den Flug entschieden darf. Versuchen Sie eher, Ihr Kind zu überzeugen, Begeisterung zu wecken und die Reise als etwas Positives zu sehen. Üben Sie zuviel Druck aus, wird es vielleicht noch viel mehr Angst entwickeln.

Ortsbesichtigung

Wenn ein Kind noch nie in einem Flieger saß, ist es vielleicht auch die Angst vor dem Unbekannten. Da kann es helfen, mal einen Ausflug in den nächstgelegenen Flughafen zu machen und dort gemütlich herumzuspazieren und sich alles in Ruhe anzusehen: Die Abflughalle, die Schalter und Schilder und die Flugzeuge beim Starten und Landen zu beobachten. Viele Flughäfen haben eine Aussichterrasse.

Therapie oder Seminar?

Wenn gar nichts hilft, können Eltern auch die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch nehmen, der dann professionell nach den Ursachen sucht. Für ältere Kinder kommt auch bereits ein Flugangstseminar in Frage. Das sind in der Regel zweitägige Seminare, die von den Fluggesellschaften angeboten werden. Dort informieren Fachleute und Piloten über die Hintergründe, über die Geräusche oder warum ein Flugzeug manchmal wackelt.