Die coolsten Klammen und Schluchten in Bayern

admin
9th April 2022

Sie bieten Einblicke in die Erdgeschichte und in die Historie von Orten, die einzigartig sind auf der Welt. Viele Klammen und Schluchten in Bayern sind gut begehbar – und nicht nur für Kinder spannend. 

Höllentalklamm Garmisch Partenkirchen Grainau Verena Wolff

Die Höllentalklamm am Fuß der Zugspitze. (Foto: Verena Wolff)

Diabolisches Vergnügen: Höllentalklamm

Der Hammersbach fließt durch das Höllental im Zugspitz-Massiv. Oberhalb von Grainau bei Garmisch-Partenkirchen hat er eine bis zu 150 Meter tiefe Schlucht in den Fels gegraben. Sie wurde 1905 erschlossen. Man erreicht die Klamm nach einem etwa einstündigen Zustieg. An ihrem Eingang steht die Höllentaleingangshütte, ausgestattet mit einer gemütlichen Gaststube und einem kleinen Museum.

Der circa 700 Meter lange Weg durch die Höllentalklamm führt ab hier durch eine bizarre Felslandschaft. Es geht durch Tunnel, über Stege und Brücken, vorbei an Fels- und Eisbrocken, an Strudeln, Wasserfällen und Gumpen. Jenseits der Klamm erreicht man die neu erbaute, moderne Höllentalangerhütte. Von dort bieten sich weitere Tourenmöglichkeiten, am bekanntesten ist der Aufstieg zur Zugspitze. Die Höllentalklamm ist nur von Mai bis Oktober geöffnet.

Wo der Wildbach rauscht: Partnachklamm

Die beeindruckende Wildbachschlucht im Süden von Garmisch-Partenkirchen ist circa 700 Meter lang, bis 80 Meter tief, mehr als 10 000 Jahre alt – und bis zu 100 Dezibel laut (das entspricht der Lautstärke eines Disco-Lautsprechers im Abstand von einem Meter)! Bereits 1912 wurde die Klamm erschlossen und zum Naturdenkmal erklärt.

Ihre Stromschnellen, Wasserfälle und Gumpen begeistern die Besucher, im Winter faszinieren bizarre Eisgebilde. Neun Tunnels und 26 Leuchten erleichtern den Weg durch die Klamm. Die Partnach entspringt als Abfluss des Schneeferners.

Der Gletscher liegt noch oberhalb des Reintals, einem Hochtal unterhalb der Zugspitze. Die Partnachklamm eignet sich gut für einen kurzen Ausflug, Gastwirtschaften an beiden Enden laden zur Einkehr ein. Die Klammbegehung bildet auch den Beginn weiterer Wanderungen, unter anderem ins Reintal und auf die Zugspitze.

Wildes, tiefes Wasser: Weißbachschlucht

Im Berchtesgadener Land schlängelt sich der Weißbach unterhalb der Deutschen Alpenstraße, zwischen den Orten Weißbach und Schneizlreuth, durch eine mächtige Schlucht: die Weißbachschlucht. Einstieg ist am Mauthäusl.

Die Felswände des fast 1.600 Meter hohen Ristfeuchthorns, die im Westen aufragen, lassen die Schlucht beeindruckend tief erscheinen. Weiß gischtet das wilde Wasser über Kaskaden oder sammelt sich in Gumpen. Man folgt seinem Lauf auf einem auf- und absteigenden Pfad, abwechselnd an beiden Ufern. Ein sieben Meter hoher Wasserfall markiert das Ende der Klamm.

In Schneizlreuth kann man den Weg verlassen – oder die Schlucht in umgekehrter Richtung aus anderer Perspektive erleben. Bis zum Mauthäusl sind dann 120 Höhenmeter zu bewältigen. Distanz: circa fünf Kilometer.

Felsen und Farne: Buchberger Leite

Die Wildbachschlucht zwischen Freyung und Ringelai im Bayerischen Wald trägt das Prädikat „Bayerns schönste Geotope“. In der Leite treffen Reschbach und Saußbach aufeinander und bilden zusammen die Wolfsteiner Ohe. Wilde Felsbrocken, dazu das Grün der Bäume, Moose und Farne sorgen für wildromantische Stimmung.

Man kann auf einem acht Kilometer langen, auch für Kinder spannenden Weg (mit Hängebrücke!) durch die Klamm wandern. Tafeln informieren über Geografie und Geschichte der Region. Das Geotop ist Teil des „Bayerischen Pfahls“, einer Störungszone in der Erdkruste, die den Bayerischen Wald geradlinig durchschneidet.

An ihr wurde vor 275 Millionen Jahren der Vordere gegenüber dem Inneren Bayerischen Wald um Hunderte Meter gehoben. Entlang der Bruchlinie bildete sich ein neues Gestein: Pfahlschiefer. Man findet ihn hier in unterschiedlichen Formen.

Mit Tiefgang: Breitachklamm

Die Breitach ist ein circa 20 Kilometer langer Gebirgsfluss, entspringt im Kleinwalsertal und vereinigt sich bei Oberstdorf mit Stillach und Trettach zur Iller. Als Ende der letzten Eiszeit, vor gut 10.000 Jahren, die Gletscherschmelze einsetzte, bohrte sich der Fluss Breitach nahe dem heutigen Oberstdorf durch den Fels. Es entstand eine beeindruckende Schlucht, 2,5 Kilometer lang und 150 Meter tief.

Senkrechte und überhängende Felswände ragen zu beiden Seiten auf. Der Wildbach donnert über Felsen oder sammelt sich in Becken, Wassertropfen sprühen durch die Luft. Ein aufregendes Naturerlebnis! Die Breitachklamm wurde 1904 durch einen Wanderweg zugänglich gemacht. Man kann sie zu jeder Jahreszeit besuchen. Im Winter fasziniert die Schlucht als ein Wunderland aus Eis und Schnee.

Gang durch die Erdgeschichte: Eistobel

Die Eistobelschlucht zwischen Oberstaufen und Isny im Westallgäu ist Ende der letzten Eiszeit entstanden. Damals grub sich die Abflussrinne schmelzender Gletscher immer tiefer ins Gestein. Ein gut gesicherter Weg leitet heute durch das 3,5 Kilometer lange Naturspektakel. Es beeindrucken gischtende Wasserfälle und Kaskaden, bis zu fünf Meter tiefe Strudeltöpfe, riesige Felsblöcke und steile Felswände.

Auch führt der Weg durch die Erdgeschichte: Da sich die verschiedenen Gesteinsschichten hier schräg aufeinanderlegen, durchmisst man im Eistobel auf kurze Distanz einen geologischen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren – das würde einem Abstieg ins Erdinnere von 900 Metern entsprechen!

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