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Dies ist die erste Folge unserer neuen Serie „Kinder lernen …“ Hier inspirieren wir Sie mit Anregungen zu Fähigkeiten, die Ihre Kinder im Urlaub erwerben können. In dieser Ausgabe führt sie Tim Ecott in das Thema „Kinder und Tauchen“ ein.

Warum?

Meine Begeisterung für das Tauchen hat mich um die ganze Welt geführt. Ich habe jedes der Weltmeere erforscht und ich hatte die Ehre, hervorragenden Persönlichkeiten begegnen zu dürfen, wie zum Beispiel dem gigantischen Buckelwal oder winzigen Seepferdchen. Das Atmen unter Wasser macht mich so glücklich, dass ich sogar die Fugen zwischen den Fliesen in Swimming-Pools gereinigt habe, um endlich wieder einen Nachmittag in meinem Taucheranzug verbringen zu dürfen.
Abgesehen von der Begeisterung und dem Erstaunen, wenn man Fischen und Schildkröten begegnet,
Seesternen, Meeresschnecken und Stachelrochen, ist der Aufenthalt unter Wasser eine Meditationsübung, die mein Leben entscheidend bereichert. Unter Wasser wird meine Seele frei, wie das an Land nicht möglich scheint.

Für wen das gut ist:

Die meisten Tauchschulen um die ganze Welt arbeiten mit dem PADI (Professional Association of Diving Instructors)-System. Es handelt sich um eine bewährte Art und Weise, das Tauchen zu erlernen. Kinder können ab dem zehnten Lebensjahr das sogenannte „Basic Certificate“ erwerben. Damit dürfen die Kinder noch keine anspruchsvollen Tauchgänge unternehmen. Sie können aber, ebenso wie die Erwachsenen, weiterführende Klassen durchlaufen, höher zertifiziert werden. Das System von PADI ist so angelegt, dass die Fähigkeiten der Teilnehmer vorsichtig und graduell aufgebaut werden, so dass man alles lernt, was es braucht, ein sicherer und kompetenter Taucher zu sein.
Ab dem achten Lebensjahr, dürfen Kinder mit dem System von PADI kleine Blubberblasenmacher sein. Ein Kurs in einem Swimming-Pool gewöhnt sie an die Taucherausrüstung und lässt ihr Selbstvertrauen wachsen.
Ab dem zehnten Lebensjahrdürfen sie bis zu einer Tiefe von 12 Metern in offenem Wasser tauchen, allerdings nur in Begleitung eines PADI-Tauchlehrers oder eines zertifizierten Elternteils oder Aufpassers.
Mit 12 Jahren dürfen sie in Begleitung eines Erwachsenen mit Tauchschein bis zu 21m tief tauchen.

GEFAHREN

Tauchen ist statistisch gesehen eine sehr sichere Angelegenheit, aber natürlich liegt eine gewisse Gefahr darin, unter Wasser zu Atmen. Und wenn etwas schief geht, kann das tödlich ende. Kinder haben für gewöhnlich noch nicht die emotionale Reife, die Gefahren mit derselben Klarheit einzuschätzen, wie wir. Als Eltern sind Sie es, der die Risiken auf sich nimmt. Selbst wenn Ihr Kind ein guter Schwimmer ist, müssen Sie bedenken, wie es wohl bei einem Notfall unter Wasser reagiert. Sollte etwas Unvorhergesehenes passieren – eine Flosse geht verloren, oder die Maske füllt sich mit Wasser – gerät es dann in Panik?
Eines der größten Risiken beim Tauchen liegt darin, zu schnell an die Wasseroberfläche zurückzukehren. Das kann die Dekompressionskrankheit auslösen oder – schlimmer noch – die Lunge beschädigen, falls man in Panik auftaucht und dabei die Luft anhält, eine instinktive Reaktion unter Stress. Ich sage das nicht, um Ihnen das Familien-Tauchen auszureden, aber Eltern müssen sich über die möglichen Konsequenzen ihres Handelns bewusst sein.

Der Ort

Schließlich sollten Sie den Ort gut auswählen, an dem Sie mit Ihren Kindern tauchen. Kinder müssen beim ersten Mal keinen Walhai sehen. Bedenken Sie auch die Mühen eines Langstreckenfluges und ob das Urlaubsziel nicht vielleicht weitere besondere Herausforderungen für Kinder bereit hält, Malaria und Dengue zum Beispiel.
Achten Sie genau auf das Klima in Ihrem Urlaubsland. So kann heißes, sonniges Wetter mit stärkerem Wind einhergehen, welcher das Meer aufwirbelt. Oder Sie treffen genau auf die Jahreszeit mit besonders viel Plankton und die Sichtweite unter Wasser ist eingeschränkt. Klares, ruhiges, warmes Wasser macht Anfänger glücklich. Sie dürfen die wildesten Ozeane zähmen, wenn sie älter sind.

Die Ausrüstung

Ich würde Ihnen raten, Ihrem Kind seine oder ihre eigene Tauchermaske zu besorgen, denn es gibt nichts Schlimmeres als eine Maske, die nicht richtig sitzt und ständig mit Wasser vollläuft. Erklären Sie Ihnen, wie sie verhindern, dass das Glas beschlägt, und wie sie die Maske unter Wasser wieder mit Luft füllen, wenn Wasser hinein gelangt. Ein Tauchlehrer bringt das den Kindern auch bei, aber diese Fähigkeiten können den Unterschied zwischen einem guten und schlechten Tauchgang ausmachen.
Und vergessen Sie nicht, dass wasser dem Körper Wärme entzieht und zwar viel schneller als dies mit Luft der Fall ist. Selbst in tropischen Gewässern kann man nach wenigen Minuten durchgefroren sein. Kinder haben generell weniger Körperfett als Erwachsene, also frieren sie schneller. Deshalb lohnt sich auch ein gut sitzender Wetsuit, Den können sie ständig beim Schwimmen tragen, um sich vor Stichen und starker Sonnenstrahlung zu schützen.

Die Fakten

Es gibt ein paar wichtige Regeln für einen erfolgreichen Familientauchurlaub. Zunächst müssen Sie einschätzen, ob Ihr Kind die notwendige Reife für das Tauchen hat. Ihre vordringlichste Verantwortung liegt darin, selbst ein sicherer und erfahrener Taucher zu sein. Als Erstes schicken Sie Ihre Kinder mit einem Tauchlehrer in einen Swimming-Pool, damit sie das Tauchen ausprobieren kann. Zudem können die Kinder dabei auch selbst einige Dinge ausprobieren und herausfinden, wie sie mit der Ausrüstung klar kommen, und ob sie die Kontrolle behalten, wenn sie herumschwimmen.