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Gerade als sich der edle Prinz in dramatischer Pose vor der hübschen Maid niederkniet, jagen zwei Eichhörnchen kreuz und quer über die Bühne. Das Publikum bricht in Gelächter aus, die ganze Dramatik ist dahin. Solch unvorhergesehene Einlagen kommen durchaus vor in einem Freilichttheater – ganz zu schweigen von plötzlichem Platzregen und anderen Wetterkapriolen. Wenn die Natur Co-Regie führt, wenn Felsen, Seen und Wälder die eigentlichen Bühnenbildner sind, dann hält ein fast schon magischer Zauber Einzug im Theater.

Luisenburg Festspiele, Florian Miedl

1/5  Vielfältig – aber immer bezaubernd

Weit über 100 Naturbühnen gibt es in Deutschland, jede von ihnen anders, jede einmalig. Die Bandbreite reicht von großen Profi-Bühnen mit mehreren Tausend Plätzen bis zu kleinen Amateurtheatern. Auch die Kulissen könnten unterschiedlicher nicht sein: Gespielt wird in den Kreuzgängen alter Klöster wie in Feuchtwangen, in Burgruinen wie in Wiesbaden, auf Seebühnen wie an der Talsperre Kriebstein oder am Ammersee aber auch inmitten von Felslandschaften wie auf der Luisenburg. Historische Stadtzentren verwandeln sich in Kulissen für Shakespeare-Dramen, Komödien und Märchenaufführungen. Die meisten Bühnen sind Amateurtheater, und so haben jene, die dem Schauspiel zugeneigt ist, durchaus Chancen, eine Rolle zu ergattern.

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