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Ständig und überall erreichbar zu sein, sich zwischen Facebook und Twitter als Getriebener zu fühlen – immer mehr Menschen haben davon die Nase voll. „Digital Detox“ lautet das Stichwort, und sich eine Auszeit von Smartphone, Tablet & Co. zu nehmen, ist mittlerweile ein echter Reisetrend geworden. Doch wer einen nachhaltigen Effekt erzielen möchte, sollte die digitale Entwöhnungskur nicht nur auf den Urlaub reduzieren, sondern in eine langfristige Strategie einbinden. Diese neun Tipps helfen dabei, dass es klappt. Und den Urlaub gibt’s anschließend zur Belohnung – handyfrei, versteht sich.

1. Sich motivieren

Niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn er oder sie Zeit mit digitalen Geräten verbringt – schließlich machen sie das Leben leichter, effizienter und machen einfach Spaß. Wenn Sie sich jedoch dabei ertappen, dass Sie bis spät in die Nacht hinein durch langweilige Facebook-Posts scrollen, dann kann es eine gute Idee sein, eine Pause einzulegen und nach neuen Wegen zu suchen, um das Leben zu bereichern. Entscheiden Sie aber zunächst, ob Sie das wirklich wollen. Nur dann klappt es auch.

2. Sich einen Überblick verschaffen

Die kleinen, vernetzten Helfer in der Tasche gehören mittlerweile sosehr zu unserem Alltag, dass wir schnell vergessen, wie sehr wir von ihnen abhängig sind. Erstellen Sie eine Liste all der Geräte, die Sie haben (Sie werden überrascht sein, wie viele es sind) und entscheiden Sie, welche davon Sie wirklich brauchen.

3. Freunde und Kollegen informieren

In unserer Gesellschaft wird es schon fast erwartet, rund um die Uhr erreichbar zu sein. Damit sich Freunde und Kollegen nicht wundern, wenn Sie plötzlich von der Bildschirmfläche verschwinden: Informieren Sie über Ihr Vorhaben, darüber, wie lange Sie abtauchen möchten und wie Sie künftig erreichbar sein werden. „Ich bin dann mal weg“ – posten Sie es in Ihren sozialen Netzwerken und aktivieren Sie Ihren Abwesenheitsassistenten.

4. Akustische Benachrichtigungen ausschalten

Das ständige „pling“ und „zzz“ ist einer der Gründe, warum wir ständig zum Smartphone greifen: Vielleicht wurde ja Ihr Foto auf Facebook markiert oder Ihr Chef leitet kurz vor dem Wochenende noch eine Mail weiter. Ihre Gesundheit dankt es Ihnen jedoch, wenn Sie jeden Tag ein bestimmtes Zeitfenster nur für sich reservieren. Wenn Sie die Benachrichtigungs-Signale deaktivieren, können Sie Ihre Nachrichten manuell checken, wann es Ihnen passt und Sie gewinnen die Herrschaft über Ihre Zeit zurück.

5. Etwas Neues beginnen

Sie werden überrascht sein, wie viel Zeit Sie plötzlich haben, wenn Sie Ihre Präsenz in den sozialen Medien herunterfahren. Eine tolle Gelegenheit, etwas Neues zu beginnen, das Ihr Leben bereichert: einen Kurs, den Sie schon immer machen wollten, ein Hobby, für das nie Zeit war. Oder einfach mal ein paar Minuten lang gar nichts tun und die Gedanken ordnen.

6. Keine Angst haben, etwas zu verpassen

Im Englischen hat das Phänomen sogar einen Namen: FOMO beschreibt die Angst, etwas zu verpassen (fear of missing out). Doch Sie verpassen nichts, wenn Sie nicht online sind! Seien Sie sich bewusst, dass das, was andere aus ihrem Leben posten, nur ein winziger Ausschnitt ist. Natürlich pickt jeder die schönsten Momente heraus und es berichtet niemand vom Streit mit dem Ehemann oder den Kindern, die nicht aufräumen wollen. Laden Sie stattdessen ein paar Freunde ein oder frischen Sie ein paar alte Bekanntschaften auf.

7. Realistische Ziele setzen

Zu Beginn der „Digital-Detox-Kur“ ist man vielleicht versucht, gleich alle vernetzten Geräte komplett zu verbannen. Allerdings gehört die digitale Technologie heute einfach zum Alltag und es wäre schwierig, komplett ohne sie auszukommen. Setzen Sie sich also erreichbare Ziele. Ein Beispiel: eine Stunde vor dem Schlafengehen nicht mehr aufs Smartphone schauen. Wenn das klappt, kann man die persönliche offline-Zeit beliebig ausweiten.

8. Die Familie einbeziehen

Gemeinsam geht es besser. Und bedeutet weniger Zeit fürs Handy nicht auch mehr Zeit für die Familie? Eine Mitmach-Idee für alle wäre es, die Telefone am Abendbrottisch oder nach dem Heimkommen von der Schule zu einem Turm aufzustapeln. Oder dies: Jeder legt sein Telefon in eine Kiste. Der erste, der es wieder herausnimmt, muss den nächsten Abwasch übernehmen. Ein witziger Wettbewerb, der Gemeinschaftserlebnisse schafft und Gespräche in Gang kommen lässt.

9. Urlaub „unplugged“

Natürlich braucht man etwas, auf das man sich am Ende der „Digital Detox-Kur“ freuen kann. Ein Urlaub ist dafür die perfekte Lösung. In Deutschland werben einige Hotels und Ferienhäuser damit, WLAN-freie Zone zu sein, wie zum Beispiel das Ökotel Hamburg oder das Schlossgut Oberambach am Starnberger See. Es geht auch ganz ohne Strom – wie in den Glamping-Zelten von Wiesenbett. All das muss aber gar nicht sein: Wer ein volles Freizeitprogramm und eine schöne Umgebung vor der Hoteltür hat, der kann umso leichter der Versuchung widerstehen, die schönsten Urlaubsbilder gleich auf Facebook hochzuladen.